Crappy London – oder: meine dreckige zweite Heimat

Ja, ja ich kann’s langsam nicht mehr hören: London ist eine tolle Stadt – no doubt about it!
Kultur, Sehenswürdigkeiten, Clubs, (B-) Promis, alles was das Herz begehrt. doch die Fassade bröckelt fröhlich vor sich hin…


(Bild www.londonlounge.ch – Photo, R. Bucher)

Einen Grossteil des Jahres 2004 verbrachte ich in Europas selbsternannter Kulturstadt Nummer 1. Schon der Sloagan LOND-ON reizte mich. Konnte eine Stadt, welche sich seit Jahrzehten als hipste und pulsierendste Stadt Europas etablierte die falsche Wahl sein? Um alle künftigen Spekulationen aus dem Weg zu räumen: NEIN! und nochmals: NEIN.
London ist und bleibt eine der faszinierendsten Städte die ich je erlebt habe (und das sind vor allem in Europa nicht gerade wenige…).

Als ich nach harsträubendster Suche endlich mein neues Zuahause in Chiswick fand plumpste ich als erstes ins englische Bett. (Ein paar Stunden) Später sah ich mich etwas um und fand in einem der (mindestens 40 Jahre alten Einbauschränke) ein Büchlein mit dem Titel: “Crap Towns - the worst Places to live in the UK”. Zu meinem Erstaunen rangierte London auf Platz 7 – von 50!


(Bild: Raphael Bucher, 3/2004)
Fortan legte ich meine rosa London-Brille ab und begab mich in den darauffolgenden Tagen und Wochen auf die Suche nach den verschissensten – teils im wahrsten Sinne des Wortes – Lokalitäten Londons. Neben Schule, Party und etlichen Museumsbesuchen spazierte ich durch die verschiedensten Stadteile – allerdings bewaffnet… wenn auch nur mit Digitalkamera und einem meiner besten Freunde.
Doch wir hatten nicht lange zu suchen: An der Tube-Station “Piccadilly Circus” im Herzen der Stadt prangt an einer Stahltür stolz das Schild “Loo of the Year 1997″. Gratulation unsererseits! Aber wurde es seitdem jemals wieder von Fixer-Nadeln, Erbrochenem und einem nicht näher definierbaren Geruch gesäubert?
Und wie siehts im Edelviertel Chelsea aus? Tagsüber bombastisch! Wirklich! Während der London Fashion Week besispielsweise, da wird der Sloan Square auf Hochglanz poliert. Und nachts? – werdet Ihr euch jetzt sicher fragen. Hmmmm, nehmen wir eine kleine Ankedote meinerseits:
Nachdem ich mich erfolgreich durch betrunkene Chelesea F.C. – Anhänger in South Kensington durchgrprügelt hatte und mehr oder mider heil am Sloan Square ankam, wurde ich von einem Obdachlosen mit einer Martaze (?!) attackiert. Anschliessend versprach er mir für seine verlorene Südfafrikanische Identitätskarte einen horenden Finderlohn. Ohne den Herrn näher zu fragen wandte ich mich ab, wobei ich als Rassist beschimpft wurde. Erleichtert meinen Kollegen zu sehen, machten wir uns auf den Weg zu unserem Stammlokal dem “Mojama” an der Kings Road – ebenfalls in Chelsea und nur zu empfehlen, gerade nachts (leider ist die Bar ins noble Hampstead gezügelt, und befindet sich daher nicht mehgr in Chelsea…). Also, Chelsea hat wie der Rest von London einiges zu bieten.
Doch richtig gewöhnliche Informationen findet ihr in jedem Reisefürer am Kiosk um die Ecke

LOND-ON ist ok, teilweise aber wirklich auch LOND-OFF, und das dann garantiert nicht zu knapp!!!

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