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Der Bata-Park - die Auferstehung einer (fast) Geisterstadt

24 Jun

Autor: Raphael - Kategorie: Schweiz, Sehenswertes, Weekend-Tripp

Es ist doch immer wieder spannend, was sich so in unserer unmittelbaren Umgebung befindet. In meinem Wohnort beispielsweise gibt es einen - sagen wir mal - «zweiten Ort», eine fast zur Gesistersadt verkommene Siedlung an eigentlich bester Lage.

 In den 1930er Jahren baute die bis heute bestehende tschechische Schuhfabrik «Bata» in einem damals noch verschlafeneren Nest namens Möhlin eine neue Fabrikanlage mitsammt eigenem Dorf. Und glaubt man der Website des Dorfes, war dort sogar ein Flughafen geplant.

Es sollte ein Meisterwerk werden, ein Industrieort als Vorzeigemodell…! Als aber der Firmangründer verstarb blienb vom Tarum nicht mehr viel übrig, und der geplante Ausbau stagnierte.

Wer nun glaubt, dass sei es nun gewesen mit der Vision eines Unternehmers in den 30ern, der irrt. Der Bata-Park wurde immer wieder Gegenstand wildester Spekulationen. Im Jahre 2000 kam aufgrund einer Handelsregister Meldung das Gerücht auf, dass in Möhlin (!) die grösste Internetuniversität der Welt entstehen sollte - dies natürlich auf dem Areal des Bata-Parks:

Betrieb der virtuellen Universität in Möhlin mit globalem Netzwerk, Aufbau und Betrieb der entsprechenden logistischen, technischen und administrativen Infrastruktur für den internationalen Austausch von akademischen Inhalten aller Art, Forschung und Entwicklung sowie Verkauf von graduierten und nicht graduierten Seminarien und Lehrgängen auf der Basis von virtuellen Kommunikationstechnologien; die Gesellschaft kann sich an anderen Unternehmen beteiligen, Zweigniederlassungen errichten sowie Immobilien kaufen, verkaufen und verwalten.

… hiess es in der amtlichen Publikation. Das ganze war denn wohl doch zu schön um wahr zu sein und entpuppte sich als Schwindel.

Wie sich im Laufe der Jahre zeigte, fanden sich kaum seriöse Interessenten. Doch vor etwas mehr als 2 Jahren erstand die «Jakob Müller AG» den Bata-Park. Wer hinter diesem namen nun wieder Hokuspokus erwartet liegt falsch, denn diese Firma ist…

…auf dem Weltmarkt führend (…) in Entwicklung und Produktion von Bandwebmaschinen. Weil man sich bei der traditionsreichen Firma der besonderen Bedeutung des Bata-Parks bewusst ist, sollen die Bauten Schritt für Schritt erneuert werden. Als erstes wird der Gewerbeteil renoviert, später folgt der Wohnteil.
Wer nun fürchtet, der Geist des Bata-Parks könnte dabei verloren gehen, kann den Veränderungen ruhig entgegen sehen. Bedenken dieser Art sind unbegründet, weil die gesamte Planung von Fachleuten aus Denkmalpflege und Heimatschutz begleitet wird. Die beiden dreigeschossigen Produktionsgebäude sowie das Wohlfahrtshaus stehen nämlich unter Denkmalschutz. Zudem werden alle Bauvorhaben im Bata-Park durch eine ständige, den Gemeinderat von Möhlin beratende Fachkommission begutachtet. Besonders erfreulich: Die Jakob Müller AG will am Konzept aus den 30er-Jahren festhalten, welches Wohnen und Arbeiten miteinander verbindet.
Schon sehr bald wird ein Teil der Müller-Produktion und damit 150 Arbeitsplätze nach Möhlin verlagert. Und in den Wohnhäusern sollen künftig wieder vorzugsweise Fabrikangestellte und ihre Familien leben. Tomas Batas Geist feiert auf dem geschichtsträchtigen Gelände also seine Wiederauferstehung.

Soweit alles schön und recht - doch warum erzähle ich Euch das alles?
Ganz einfach: Gesiterstädte finden sich nicht nur in den alten Goldgräber-Regionen des Wilden Westens oder in unserer Phantasie, sondern auch direkt vor unserer Haustür. Und da ich die Geschichte doch recht faszinierend fand, machte ich sie kurzerhand zum Gegenstand eines etwas anderen Beitrages auf dieser Plattform!
Wer weiss, vielleicht erlebt der Bata-Park mit diesem Artikelchen den einen oder anderen Besucher, welcher vielleicht genau wie ich in der Region wohnt und von diesem «Industrie-Denkmal von nationaler Bedeutung» (so moehlin.ch) (noch) gar nicht wusste….

 [Bilder: www.moehlin.ch]

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Rheinfelden - von der Zähringerstadt zur Wellnessoase

05 Feb

Autor: Raphael - Kategorie: Ausflugtipps, Weekend-Tripp, günstig

Eigentlich direkt vor meiner Haustüre im Kanton Aargau liegt das malerische Städtchen Rheinfelden. Die Hauptstadt des einstigen Kanton Fricktal zählt heute knapp 11′000 Einwohner und gilt traditionsgemäss als Stadt.


(Quelle. www.rheinfelden.ch)

Nach eigenen Angaben ist Rheinfelden, da es seit 1130 besteht, die älteste Zähringerstadt der Schweiz. Um 1630, mitten im Dreissigjährigen Krieg, wurde die Stadt geplündert und von den Schweden belagert. Über 100 Jahre später wurde es zunächst französisch und danach von den Österreichern, wie auch der Rest des Fricktals, eingenommen.

“Rheinfelden erlebte eine Blütezeit, die barocke Strassenfassade des Rathauses sowie die barocke Ausstattung der Martinskirche (Stadtkirche) sind Zeugen dieser Zeit”
So die offizielle Webpage der Stadt über die Zeiten der Fremdherrschaft.

Wellness und Entspannung
Doch nun genug der Geschichte… Auf der Suche nach dem perfekten Wellness-Kurztrip? In Rheinfelden werden gestresste Seelen und Körper gereinigt. Schon seit langem ist Rheinfelden als Thermalbad bekannt, und geniesst seinen guten Ruf auch ausserhalb der Schweiz. Zu nennen ist das “Sole Uno“. Lassen wir den Betreiber dieser Badeanlage zu Wort kommen:

“Baden wie im Mittelmeer. Saunieren wie in Finnland. Entspannen wie im Orient. Tauchen Sie ein in die belebende Frische der Sole. Geniessen Sie eine vielfältige Saunalandschaft auf 250 m². Atmen Sie tief ein in der Sole–Inhalationsgrotte. Und entdecken Sie ein altes Baderitual neu im orientalischen Hamam.
sole uno: das Bad, das Ihnen Meer bietet.”


(Quelle: Werbebild des Betreibers)

Das benachbarte Park-Hotel am Rhein bietet Weekendurlaubern mit dem nötigen Kleingeld eine luxuriöse und unaufdringliche Unterkunft.


(Quelle: do.)

Kultur(en) erleben
Die geschichtsträchtige Stadt hat neben dem genannten Wellnessangebot auch anderes zu bieten. In Rheinfelden finden vor allem im Sommer etliche Feste und Festivals statt. So zum Beispiel das Festival der Kulturen, welches vielen Hilfsorganisationen und Vereinen ein Sprachrohr bietet. Auch der Gourmet kommt bei diesem Anlass voll auf seine Kosten: Spezialitäten aus unterschiedlichsten Ländern werden angeboten, und natürlich auch vor Ort zubereitet.
Neben verschiedensten Workshops z.B. im Fricktaler Museum finden in Rheinfelden auch regelmässig Jazz und HipHop Konzerte statt.
Weitere Informationen zu den Veranstaltungen finden sie u.a. hier.


(Quelle: www.feldschloesschen.com)

Das Feldschlösschen
Auch für Bierliebhaber geht die Rechnung in Rheinfelden auf: Das Städtchen ist nämlich die Heimat der Brauerei Feldschlösschen. Ein Besuch ist hier möglich!
Der Rundgang durch die Brauerei wird auf der Website folgendermassen angepriesen:

“Lassen Sie sich ins Geheimnis von Feldschlösschen einweihen und geniessen Sie den Rundgang durch eine der schönsten Brauereien der Welt. Gehen Sie den Weg unserer Biere und erleben Sie, wie im beliebtesten Schloss der Schweiz Ihr Lieblingsgetränk gebraut wird.
Die Führung wird in Gruppen von ca. 30 Personen durchgeführt und dauert rund zwei Stunden inklusive Degustation. Aber nicht vergessen: Führungen sind nur bei Voranmeldung möglich! Und noch ein kleiner Tipp: wir empfehlen die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln (5 bis 8 Gehminuten vom Bahnhof Rheinfelden).”

Mein Fazit:
Rheinfelden bietet für jeden etwas und Langeweile ist absolutes Tabu. Sei es beim flanieren durch die Altstadt oder in den Thermalbädern, in Rheinfelden trifft man allerorts auf freundliche Menschen und auf ein breites gut dosiertes Freizeitangebot.

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