Das Iza-Tal in Rumänien. Herzlich Willkommen in der Vergangenheit
29 Nov
Autor: Roland - Kategorie: Ferien, Sehenswertes
Wie lebte man vor hundert Jahren auf dem Land? Diese Frage kann man sich mit einem Blick ins Sachbuch beantworten. Wem diese Methode zu unbefriedigend ist, sucht sich ein Reiseziel aus, wo Tradition alltäglich ist. Das Iza-Tal in Rumänien erfüllt dieses Kriterium perfekt.

Das Iza-Tal befindet sich in der Region Maramuresch, im Norden Rumäniens. Das Tal erstreckt sich über sechzig Kilometer entlang des Iza-Flusses, zwischen den Ortschaften Sighetu Marmatiei und Moisei.
Sechzig Kilometer sind mit dem Auto schnell hinter sich zu bringen. Wer jedoch das Iza-Tal in seiner ganzen Schönheit erleben möchte, der sollte sich und seine Reisemittel dem einheimischen Verständnis von Mobilität anpassen. Man merkt schnell, dass in Rumänien die Fortbewegung zu Pferd, zu Fahrrad oder per Autostopp üblich ist. Möglichkeiten die Gegend zu erkunden ohne dass sie an einem vorbeirauscht, sind somit genug vorhanden. Das bedeutet, Daumen raus und warten bis jemand mit seiner alten Dacia, dem rumänischen Volkswagen, anhält und einen mitnimmt. Der einheimische Passagier der ebenfalls auf dem Rücksitz Platz genommen hat, wird seine Fahrt mit ein wenig Kleingeld bezahlen. Man kann es ihm gleichtun, sofern der Chauffeur dieses Angebot überhaupt entgegen nimmt. Schliesslich ist man als Tourist Gast in seinem Land und darum vielfach herzlich und unentgeltlich eingeladen mitzufahren. Man kommt also auch für wenig Geld gut vorwärts, kann gleichzeitig Kontakt mit den Einheimischen knüpfen und erfährt dabei nützliche Informationen über die Region. Wer in einer der unzähligen Pensionen übernachtet, kann sich auch nach Fahrrädern erkundigen. In den kleinen Dörfern kennt jeder jeden und ein Drahtesel wird schnell gefunden sein. Allerdings sollte man sich auf ein Gefährt gefasst machen, dass den Ausdruck „Drahtesel“ wirklich verdient. Darauf kann man auf authentische Art und Weise die holprigen Strassen des Iza-Tals erfahren. Schaut man sich unterwegs um, so wird man um Jahrzehnte in die Vergangenheit zurückversetzt. Man sieht keine gelebte Tradition, sondern traditionelles Leben. Das bedeutet, dass mit der Sense gemäht und das Heu mit dem Fuhrwagen transportiert wird. Die Frauen tragen Kopftücher und lange Röcke, spinnen von Hand auf der Bank vor dem Haus und holen Wasser mit einem Krug aus der Zisterne. Die Häuser und weltberühmten Kirchen sind aus Holz gebaut und liebevoll verziert. Auf den Strassen trifft man umherlaufende Hühner, Hunde und Katzen. Und manchmal einen einsamen Touristen auf einem klapprigen Fahrrad.
Weitere Informationen:
http://www.romanianmonasteries.org/izavalley.html
Bildquelle: www.planet-wissen.de























